Ambivalenz

(„Wähle die Ambivalenz als Voraussetzung der Arbeit.“)

„Die riesenhafte Korruption, die Versessenheit aufs Geld, bei der die Absicht, inhaltlich und künstlerisch wertvolle Dinge zu schaffen, völlig absurd wird. Indem man es doch versucht, wird einem klar, in welch zwiespältiger Situation man sich befindet. Man arbeitet im verfaultesten Kernpunkt einer verseuchten Gesellschaft, solange man hier lebt kann man ja auch garnichts erreichen, ohne sich dieser Gesellschaft zu bedienen. Man muss mit ihr zusammen arbeiten und einen Weg finden, ihre Vorteile auszunützen.“

(Peter Weiss am 19.August 1960 in Das Kopenhagener Journal)

 

Wie hoffnungslos altmodisch eine solche Haltung einem heute vorkommt, und zugleich doch wie zeitlos. Ohne Skrupel – oder eben Skrupellosigkeit – kann es eigentlich, außer in lichtesten Inspirationen, auch zu keiner weiterführenden Kunst mehr kommen.

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