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Archiv für den Monat April 2013

Beileibe keine Poetologie: Aber wenn die sich anhaltend selber versuchende Form sich entwickeln soll – ich nenne sie die explorative Erzählung: die, die nicht nur ihr Thema, sondern auch ihre disseminierungs- wie anknüpfungs-logischen Möglichkeiten andauernd erforscht -, muss sie sich ab gewissen Punkten auf ihre innertextliche Vermittlung verlassen. Und sie kann es nur in dem Geist, als der sie sich eben selber versucht.

Die Abbrüche im Text, die Einschübe, die in der Überzeichnung nicht sofort als Anschluss erkennbaren Naheinstellungen … die Versuche schließlich, auch immer mal so etwas wie ein Panorama-Bild einzuschieben (etwa als selbst-verortendes Moment, die Erzählbewegung rückzubinden): Alles aus dem Film bekannt. Was aber vielen Lesern immer noch unvertraut ist, ist die Schnitttechnik, das alles in so überlegten wie intuitiven Folgen aneinanderzureihen. Die Bewegungen, die gewohnt konsekutiven Anschlussordnungen des Lesens sind eine andere als die des Denkens – und das heißt eben heute: des visuellen Trainiertseins -, das zu verschalten.

Dabei muss trotzdem der Vorrang der durchgearbeiteten Sprache gelten (Literatur) vor der Sofort-Verständlichkeit (Unterhaltung), sonst kommt man auch aus dem Erzählraum, der seine Wirkung ins Außen zu verlagern versucht, also ins Bewusstsein des Lesers, eigentlich nie richtig heraus. Dazwischen der Essay: im erklärt explorativen Raum geschieht sowieso immer auch ein Behandeln der Form selbst.

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(Theorie des Zuschauers): Wenn man nach einigen Wochen nach und nach aus der Arbeit wieder auftaucht, auch die winzige Verrückung, die es im Blickfeld auf die Realitäten geben kann. Es ist tatsächlich ein bisschen, wie wenn man von einer Reise zurückkehrt. Die Ausformulierung von bisher immer nur latent gebliebener Gedanken kann als ein Scharfstellen auf die immer gleich angesehen Dinge ganz eigene Effekte haben und die Gesamtheit dieser Scharfeinstellungen eine neue Tiefenschärfe ergeben.

Befreiung aber auch, solch eine aufwändige Arbeit dann hinter sich zu haben. Und trotzdem, ein wenig, der Widerwillen gegen das Kleine, die Sekundärformen. Dann aber Lust wieder auch auf das Kleine, das Geringere, das einen zu etwas anderem hinführen wird.

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Als ich einmal schon zu lange an einer Stelle saß, für die sich keine Lösung abzeichnete – zumindest keine außer der nahe liegenden, die mich nicht befriedigte: die, die die Herausforderung nicht umging – brachte mich etwas auf eine alte Erzählung von John Updike.

Sie heißt Farrells Caddie und erzählt von einer Woche Golf eines gut betuchten Business-Amerikaners in Schottland und eben seinem Sport-Assistenten dort. Dieser entpuppt sich nicht nur als überlegen Wissender was das Spiel anbelangt, sondern zusätzlich wie eine Art Orakel als intimer Lebensberater wie etwa auch mit Personen und Liebesdingen zu verfahren wäre (von denen er natürlich gar nicht wissen kann: alles passiert im Kopf des Golfspielers). Dieser Caddie aber wird zu einer etwas skurrilen Instanz der Weisheit, die mit der Verrückung des Blicks (für die das Spiel also Gleichnis, Anlass und Perspektive liefert) zu gewinnen ist.

Nie habe ich mich für Golf interessiert (und Updike hat, glaube ich, zumindest ein längeres Buch darüber geschrieben, doch kenne ich es nicht), und was mich noch mehr langweilt als Filme oder Erzählungen über Sport, sind die über amerikanischen Sport – ich erkenne darin (trotz solcher nicht auszuschließenden Raffiniertheiten wie bei De Lillo) die zuletzt von Manichäismus durchsetzte Simpel-Ideologie, die allzu wohlfeile Lehre.

Updikes Erzählung aber entzückt mich! Das Spekulieren über die Bedingungen eines auszuführenden Schlags und die Einflüsse, denen er unterliegt, die so beiläufig scheinenden und dabei so trefflichen Beschreibungen des Platzes und der minütlich wechselnden Verhältnisse von Wetter und Innenleben des Spielers, dazu dessen sich mit dem Spiel ergebenden Einsichten, begeistern mich. All das ist absolut gekonnt und also auch reines Lesevergnügen. Denn tatsächlich, worüber einer schreibt, der das Schreiben beherrscht, ist letztlich fast gleich.

Ich an/erkenne also die Meisterschaft, und es ist wirklich fraglich, warum man sich – zumal als unbedarfter Leser, der ganz nach seinen Neigungen gehen kann – mit weniger begnügen sollte. Warum überhaupt das widerstandsfrei einem Erzählte befragen? (Und noch etwas an Effekt begegne ich bei solchem Gekonntsein wieder: seinen Anklangs-Wirkungen auf mich. Das geht bis in Stellen, deren Gedanken-Stellwerk ich gewissermaßen, oder deren Formulierungen ich auch nach Jahren wiedererkenne und noch – oder gleich wieder – genau weiß.)

Aber dann mache ich einen Fehler. Ich lese auch noch die nächste Geschichte und die vorher – ich lese mich fest. Und komme wieder auf das, was mich ab irgendeinem Punkt eben langweilt an solchen Kalibern, solchen Groß- und Erfolgsschriftstellern wie Updike (oder auch Thomas Mann) – es ist eben das immer schon Abgeklärte, es ist die Meisterschaft.

Es gibt dieser Meisterschaft sonst nichts vorzuwerfen, alles ist wohl, wie es sein sollte – und immer wieder gibt es sogar auch das Geheimnis (oder das Rühren daran). Aber es ist auch wie mit allem Beherrschten – etwas daran scheint bereits tot.

Natürlich ist es auch erzähl-technisch / ästhetisch seitdem weitergegangen, aber nicht das Altmodische stört, sondern dieses gut Abgehangene, das Fraglose, diese klassische Selbstgewissheit und Verfügungskraft über die Mittel zur Herstellung dieser Meisterschaft. Updike und die anderen(hier bitte die Namen einsetzen), sie sind wirklich wie ein Marke, eine von erprobter, verlässlicher Qualität. (Es ist kein Widerspruch, dass es immer auch schwächere Erzählungen gibt.)

Aber was, wenn man im eigenen Markenbewusstsein schon etwas weiter ist, oder dem sonst eher nicht zu folgen geneigt, weil man letztlich etwas anderes sucht?

Um es böse, ja, überspitzt zu sagen: Es hat diese Meisterschaft manchmal für mich etwas von diese alte Schinken, also dem Vorwurf, den Immendorff einmal der akademisch-fraglosen Malmeisterschaft der DDR vorgeworfen hatte. Da ist kein unüberlegter Pinselstrich, keine Unausgewogenheit im Farbraum, keine Rauhstelle, nichts, das mal aufstört oder anders verwundert. Da ist keine Übertreibung, kein Manierismus, kein falscher Satz (der einem zumindest klar machte, dass man sich in einem Text befindet und nicht in einem auktorial beherrschten Plot).

Wie gesagt, diese Empfindung ist höchst widersprüchlich. (Und im Übrigen bin ich auch nicht mehr so jung, dass es mich anderswie drängte, dem schlicht Überlegenen ans Bein zu pinkeln.)

Dazu weiß er jede Baum- oder Vogelart, alles im Leben der Personen ist von einem Weltwissen und einem Wissen en detail durchdrungen – etwa um die politisch-soziologischen Entwicklung einer Stadt -, die eher auffällt, weil sie auf einen gestellten Anspruch deutet, und nicht, weil sie in der angeblichen Wirklichkeit, also hiererorts unwahrscheinlich ist, sondern weil sie auf immer schon geklärte Positionen des Gemachtseins verweisen, auf das allzu Papierene, das, das eigentlich schon keine Fragen mehr hat.

Um es mit einer weiteren Überspitzung zu sagen (und Überspitzungen, Extreme, überhaupt Ausfälligkeiten scheinen ein Kennzeichen fürs Heutigere: der so offen schlechte Geschmack überall um einen herum ist es, der in der klassischen Erzählung fast immer fehlt!). Und eigentlich immer noch gilt: Never to be dull shows a lack of taste (Auden). Bei etwas, das ohne Fehler ist, fehlt einem also auch etwas.

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Neulich stieß ich im Netz beim Suchen nach etwas ganz anderem auf ein Interview mit einem kanadischen Filmemacher – eigentlich genau die Art Leute, die mich sonst herzlich wenig interessiert, weil sie mir in nichts entspricht. Ich interessiere mich einfach nicht für schrille schwule Splatterfilme. (Und doch ist das womöglich eben die Außenposition, die neuerdings immer öfter etwas angeblich Relevantes nach innen, an den sich immer noch dafür haltenden Mainstream signalisiert – oder an den halbwegs gebildeten, kultur-dominierenden Weißen, dem der Untergang voraus gesagt ist [nach immer mehr Stimmen zu Recht!]: Die Ränder bestimmen zunehmend die Normalitäten.)

Dieser Typ jedenfalls sprach also vom Faschismus der Makellosigkeit.

(Nach dem ersten Abwehrreflex fiel mir sofort dieser mir zunehmend unangenehme „Faschismus“ in den Look- und Fitness-gestählten, den pornographisierten, dem sonstwie gepimpten Körpern ein. Und wie diese Makellosigkeit sich einen Raum greift, um immer mehr andere Räume zu besetzen. Allein das Gefühl, die allgemeine Aufrüstung in allen möglichen Lebensaspekten nähme einem die Luft.)

Dieser Mensch aber bezog sich dabei auf die digitale Filmtechnik, die dem Ideal des makellosen Bildes die Lebendigkeit raube. Klingt nach etwas, mit dem ich womöglich einverstanden wäre, ist aber in der Wortwahl womöglich doch eine ziemliche Überspitzung. Und doch verweist es auch wieder auf meinen versuchten Blickwinkel und noch die Paradoxie darin (indem er verjährte Aufnahmetechnik als die der moderneren vermeintlich überlegen preist, während ich diese Verjährtheit – zumindest in ihrem Ideal – infrage stelle). Aber die Schlussfolgerung bleibt: Ohne das Fehlerhafte fehlt etwas an der von Menschen erwünschten Lebendigkeit.

Wobei sich mir ein neuer Zweifel auftut: Vielleicht ist Meisterschaft und Perfektion ja gar nicht einfach synonym? Aber das muss ich erst mal offen lassen… )

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Seit dem Wochenende Überlegungen, wie es möglich wäre, Walter Benjamins „Gerettete Nacht“ (in der Lesart Agambens) und Kittlers „Nacht der Substanz“ miteinander zu verbinden. Beider Ideen, dass es nur das Außermenschliche sein kann, aus dem sich noch Wahrheitsmomente entbergen lassen. (Und Gumbrecht weist hier zu recht auf die Potenziale da auch noch des ollen Heidegger hin.)

Unsystematisch wie meine Entdeckungs- und Herangehensweisen seit Längerem sind – die mich dann trotzdem auf solche Texte stoßen lassen -, merke ich, dass mir eben das Tiefenwissen fehlt (womöglich das griechische – denn auch bei Kittler gab es ja die letzte Kehre zurück zum Griechentum), um dann doch zu Zusammenführungen zu kommen – und sei es über umweghafte, unkonventionelle Kurzschlüsse.

Doch spüre ich eben auch die sehr lebendigen, die kleinen zwischendurch-erhellenden Erregungsernergien im Denken, die, einmal ausgelöst, für sich im Untergründigen arbeiten und eine positive Unruhe bereiten und noch Ergebnisse versprechen. Wie das Sitzen an einem Essay, von dem man nicht weiß, wohin man mit ihm geraten wird.

Oder – und das passiert mir tatsächlich gerade – mit einer Erzählung, die sich einem unter der Hand verändert und einen abwechselnd frustriert und wieder erregt und sich, trotz absehbar aufregender Möglichkeiten, auch etwas ohnmächtig fühlen lässt: mit der „anthropologischen Maschine“ (Agamben) der Erzählung nahe etwas „Unrettbarem“ (Benjamin) und darin zugleich doch auch in etwas Größerem, Aufregenderem aufgehoben.

Der Text wird dann eben mal wieder klüger gewesen sein als ich. Und die Wege dahin zu kommen verschlungener … nächtlicher.

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Nachtrag:
„Die Leidenschaft Mozarts für Zoten, für Erotisches, für schweinische und rohe Ausdrucksweise … Er hatte schwarze Reserven, ein eigenes Inferno unreiner Klänge, die er in der Kammer der Engel in paradiesische Vollkommenheit umwandelte – seine nigredo und albedo.“ (Ceronetti)

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Das Wiederlesen eines der ersten längeren Liebesbriefe – und wie es einen zwingend ergreift und kurz sogar wieder ganz unsinnig glücklich macht, in einem solchen Ton wirklich einmal gemeint und aufgehoben gewesen zu sein!

Und die Verwünschungen, die diese neue Liebe gegen den Vorgänger ausstieß – und die Ahnung, eines kommenden Tages selber mal Gegenstand solcher Beschimpfungen zu sein.

Und beides noch einmal neu auszuhalten, wenn es dann eintritt.

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Keine Selbsthistorisierung … nur mal ein paar Stimmen festzuhalten bevor sie wieder in den Weiten des Netzes verloren gehen. (Außerdem ist der blog-space ja auch eine kleine cloud und erleichtert die randvolle Festplatte.)

Roter Stern Cover

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Artist: ROTER STERN BELGRAD
Title: Revisited
Format: LP
Label: Was Soll Das? Platten
Country: Germany
Price: $22.00
„Roter Stern was a project from Rainer Rabowski who did the Klar!80 Cassette store and label in dŸsseldorf in 1980. The sound is very hard to describe, some people call it pre-Techno, some people electronic world music. I just can say that this record has it«s very own sound and if you listen to it you wouldn«t think that the music is from 1981 and not from 2001. Experimental Minimalistic-Electronics, and actually sounding „top-modern“ – this could have been recorded as well just recently…The recordings are taking from a cassette-only releasen called „Regenmacher“ which was released on Klar!80.“ – Was Soll Das? Platten. Limited to 200 copies.
SOLD OUT

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: Massa THANKS SOLD OUT!
ポスター付き/ボックス上部フラップの箇所に切れ/箱エッジ角に軽度のよれ のRainer Rabowski が運営したデュッセルドルフの地下カセットレーベルKlar! 80の81年のコンピ。Roter Stern の、 英国 Touch から発表した作品で知られるRebellionの前身バンドEKGという、デュッセルドフ産脱線パンク~実験音楽の精鋭3組の音源を三枚の12inch盤にそれぞれ収録。同時代のヨーロッパの中でもぶっちぎりの最前衛を突き進んでいたデュッセルドルフ地下音楽シーンの息づかいを生々しく伝える名演揃い。中でも謎力満点みなぎるRoter Sternの音源は貴重。もろい紙質のため箱の状態が良いものは非常~に少なく、これも中の上といったところ。かっこいいポスター付いてます。
 
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ROTER STERN – L´Afrique – Revisited … Afars & Issas Et Les Pays Au-Dela
Ziemlich lange war diese Platte schon angekündigt und ich war sehr gespannt darauf, zumal die sonst übliche Auflage von 100 Exemplaren diesmal erhöht wurde und ich mit einem echten Knaller rechnete. Nun, eine wirklich gute Platte mit analogen Experimental-Electro-Sound aus den ganz frühen 80er Jahren ist auch dabei heraus gekommen, doch denke ich, manche Leute werden etwas überrascht sein, weil sie etwas anderes erwartet hätten. Statt tanzbarem oder einfach skurrilem Minimal-Electro-NDW-Sound gibt es diesmal eher experimentelle, konzeptionell angelegte Electro-Klänge mit Avantgarde-Ambitionen. Irgendwie ist das sehr frühe elektronische Weltmusik, in der fremdartige Rhythmen mit verfremdeten Naturgeräuschen kombiniert werden. Man spürt förmlich, wie damals ein Soundtüftler die Möglichkeiten seines wahrscheinlich sauteuren Equipments erforschte. Dabei muss man bewundernd anerkennen, dass die Klänge auch zehn, fünfzehn Jahre nach den Aufnahmen, ja nicht mal heute, altmodisch klingen und das ist schon wirklich ein Kunststück. Der Sound ist nebenbei bemerkt, auch ziemlich gut, wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine Zusammenstellung alter Tapeveröffentlichungen handelt.

ROTER STERN war Rainer Rabowski und nannte sich damals noch ROTER STERN BELGRAD, wahrscheinlich nach dem gleichnamigen Fußballverein. Warum der Städtename bei dieser Platte abhanden gekommen ist, weiß ich nicht, aber das ist eigentlich auch völlig egal. Nett ist die Trennung in eine LP-Seite mit 5 Tracks bei 33 UPM und einer Maxi-Seite mit einem Track auf 45 UPM. Solche Veröffentlichungen gab es in den 80ern häufiger, aber das Format des so genannten Medium-Players (also zwischen LP und EP) scheint heute fast völlig vergessen. Auch bei der Gestaltung der Platte ist wieder ein Schritt zu mehr „Professionalität“ vollzogen worden. Gedrucktes Cover, richtige Labels auf der Platte und ein gedrucktes (naja, wohl farbkopiertes) Beiblatt. Ob diese Weiterentwicklung wirklich notwendig ist, bleibt Geschmackssache, aber mir haben auch die bisherigen handgemachten Cover sehr gut gefallen. Apropos Beiblatt…das finde ich sehr anstrengend zu lesen und recht langweilig.

Lobenswert ist, dass der gute Franck Punk bei seinen Veröffentlichungen auch mal das Risiko eingeht, etwas anspruchsvollere Kost zu veröffentlichen, wie er ja auch schon mit der Ankles-LP bewiesen hat. Für den durchschnittlichen Minimal-Electro-Freak ist das hier wahrscheinlich nicht das Wahre, wer aber avantgardistischeren Klängen auch etwas abgewinnen kann (ich zähle mich dazu), kann bedenkenlos zugreifen. (A.P.) ( http://www.backagain.de/db/kritik.php?wort=30 )

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Küsst du ist es Verrat jammern die Katzen ist es ein Liebeslied
nein lange Beine haben Lügen keine aber so ein Gesicht
und sag mal warum ohne Filter es hier
von schlechtem Atem zieht und besser wird es nicht
dann also ich von schlechten Eltern und du ein Waisenkind
warum bin ich in unserer Liebe die Tasse ohne Henkel
die als Aschenbecher dient?
nein besser wird es wirklich nicht dass ich
in jedem Vergleich mit dir nur hinke
du stellst Tassen auf die Spüle aus denen ich noch trinke
lang nicht gesehen gut siehst du aus und kannst nicht klagen
die Worte mit denen wir verletzen sind dieselben die die Wahrheit sagen
und hoch die Tassen Wein es leben auch die Toren
die Liebe geht im Schenken weg und bleibt doch unverloren
nein deine hübschen Beine haben Lügen keine aber
Rache wär’ nur bitter süßer ist Verzicht

(aus Sappho was a punk before – 33 Wegwerflieblinge, ca. 1982)

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Und Wein? Soll doch zu den Toten wer immer mit mir
weißen trank und jetzt mit anderen lieber roten

Fragment der Telesippa
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