Lust am Verrat

In einem schon ein paar Tage alten Artikel über Andrzej Stasiuk konstatiert dieser: Um frei zu sein, müsse man einen Verrat begehen. Das leuchtet mir sofort ein (etwa in dem Sinne – und ich hatte das auch früh kapiert, ohne dass ich selber ausreichend dazu in der Lage gewesen wäre [und auch das wusste ich schon von mir selbst] -, wie sich Jean Genet die Konventionen vom Hals gehalten hat).

Doch muss ich auch feststellen, dass ich alle letzten Gelegenheit dafür, sowohl für den umfassenderen Verrat als auch für den „kleinen“, experimentellen zwischendurch, verpasst habe, und ich bin mir nicht sicher, woran das liegt.

Neulich wurde mir bedeutet, ich solle wohl besser weiter nach „Begütigung“ suchen. Doch macht die nicht, unzuverlässig, wie sie einem zuteil wird, nur wieder anderswie abhängig? Andererseits  merke ich, für die bisher ganz gut funktionierenden Muster der Distanzierung – Ungerührtheit, Rückzug, „die wesentliche Einsamkeit“ – ist es auch zu spät.

Ich werde mir also etwas Neues suchen müssen, und ich werde warten müssen, bis sich eine bestimmte Lust darauf einstellt, eine ein klein wenig rücksichtslose, um sie mit etwas mir selber unerklärten Unbedingteren zu verbinden, und ich fange an mich zu fragen, was das sein wird.

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